Mittwoch, 21. Juni 2017

Ann A. McDonald - Die Schule der Nacht


rezensiert von Nicole am 20.06.17

Titel: Die Schule der Nacht
Reihe: abgeschlossenes Buch
Autor: Ann A. McDonald
Genre: Roman/Gegenwartsliteratur
Verlag: Penhaligon Verlag
Seitenanzahl: 448
Erscheinungsdatum: 22.05.2017
ISBN-10: 3764531770
ISBN-13: 978-3764531775
Bildquelle/Klappentext: http://amzn.to/2rTM4JO
»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.« Diese Nachricht erhält die Amerikanerin Cassandra Blackwell in einem mysteriösen Päckchen, zusammen mit einem alten Foto ihrer verstorbenen Mutter, gekleidet in die schwarze Robe der Oxford Universität. Kurzerhand beschließt sie, nach England zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Dort entdeckt Cassie eine Welt voller Traditionen und Privilegien und merkt schnell, dass hier eine dunkle Macht am Werk ist – verbunden mit einer geheimen Gesellschaft, die sich Die Schule der Nacht nennt …

Die Schule der Nacht“ lässt mich doch etwas ratlos zurück, denn ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll …

Zusammenhängend betrachtet hat das Buch unwahrscheinlich viel Potential was die Story angeht, die Umsetzung jedoch war für mich sehr dürftig.

Die ersten 200 Seiten haben sich für mich sehr schleppend lesen lassen. Es passierte einfach nicht wirklich viel. Wir lernen die Oxford Universität kennen und bekommen einen Eindruck, was Cassie für ein Typ Mensch ist und was sie nach England verschlägt.

Allerdings fehlt dem Ganzen absolut der Tiefgang!
Ständig wird der Studienalltag wiederholt, sämtliche Charaktere bleiben unwahrscheinlich flach und alle Menschen, die in Cassies Leben treten, werden nur kurz angeschnitten, bleiben aber im Hintergrund. Einen wirklichen Bezug konnte ich nie nachempfinden.

Umso überraschter war ich dann, als im letzten Drittel des Buches dann alle zuvor kennen gelernten Personen mit einem Schlag präsent waren und sowohl in die Geschichte als auch in Cassies Leben integriert wurden! Zudem kommen wir ENDLICH dem Geheimnis der „Schule der Nacht“ etwas näher.

Die Story hat urplötzlich ein dreifaches an Fahrt aufgenommen, wurde spannend und bekam eine Handlung.

Diese war sogar gut und fesselnd erzählt!
Allerdings wurde für mich im Vorfeld versäumt, Emotionen zu manchen Personen herzustellen, denn ich konnte viele Handlungen von Cassie nicht wirklich nachempfinden.

Wo zuvor alles nur kurz angeschnitten und erwähnt wurde, kamen jetzt, nach der Hälfte des Buches, plötzlich Emotionen hinzu, als wäre es von vorne herein ja klar gewesen, dass es in diese Richtung läuft … Für mich leider nicht, ich habe mich überrumpelt gefühlt und konnte mich in niemanden wirklich rein versetzen.

Als sich dann gegen Ende noch ein Fantasy-Anteil an bahnte, der für mich absolut nicht nachvollziehbar war, war ich sehr enttäuscht und das OBWOHL ich ein riesiger Fantasy-Fan bin!!! Es hat für mich in keinster Weise in die Story gepasst.

Vielleicht hatte Cassie bei mir aber auch von vorne herein keine Chance, da ich ihren Charakter sehr widersprüchlich fand und sie mir auch nicht so recht sympathisch war.
Sie hatte eine schwere und traurige Kindheit und kommt aus einem ganz speziellen Grund an die Oxford Universität. Dort will sie keinem wirklich sehr nah kommen, da sie eine ganz eigene und persönliche Mission hat, die niemand erfahren soll.
Sie lässt alle Personen, die sie näher kennen lernen wollen abblitzen, spielt immer die Starke und Unnahbare und dann „Zack“ hat sie auf einmal doch Leute um sich, die ihr etwas bedeuten und die sie unterstützt und umgekehrt. Signalisiert hat sie das für mich nie und es war für mich leider nicht authentisch genug geschrieben, um mich ganz auf die Geschichte einlassen zu können.

So vertraut sie z.B. plötzlich einem jungen Mann bedingungslos, dem sie vorher ausschließlich aus dem Weg gegangen ist.
Cassie wirkte auf mich immer sehr intelligent, immer auf ihr Ziel bedacht und dann gab es Momente, wo sie sich z.B. mit Koks zu dröhnt, wo ich dachte: das passt nicht zu dem, was ich vorher von ihr gelesen habe.

Die Grundgeschichte fand ich toll und auch der Schreibstil der Autorin hat mir tolle Bilder im Kopf beschert, dass ich mir den Handlungsort super gut vorstellen konnte.

Einzig die Charakterdarstellung der mitwirkenden Personen und deren emotionalen Bezug zueinander, haben mich gar nicht greifen können und somit war ich nur ein „zuhörendes Mäuschen“ am Rande der Geschichte und leider nicht mittendrin.

Gute Grundgeschichte, die zunächst zäh beginnt, dafür aber umso spannender ab der Hälfte des Buches wird.
Für mich hat die Story allerdings ganz viel Potential verschenkt, da mir der emotionale Bezug zu den Haupt-Charakteren gefehlt hat.
(2,5/5)
eure Nicole